Personalmangel im Einzelhandel: 3 Fragen an Oliver Münch
Der Fachkräftemangel stellt den Einzelhandel in Schleswig-Holstein zunehmend vor Probleme: Offene Stellen bleiben unbesetzt, Service und Öffnungszeiten geraten unter Druck. Internationale Fachkräfte bieten eine Chance, doch viele Betriebe scheuen den Aufwand. Das Welcome Center Schleswig-Holstein unterstützt dabei, den Prozess planbar und deutlich einfacher zu gestalten.
Wie das konkret funktioniert und wann sich der Schritt lohnt, erklärt Oliver Münch, Berater Tourismus, Handel und Dienstleistungen, im Interview mit der Redaktion des Magazins „Handel(n) im Norden“.
Redaktion Handel(n) im Norden: Wie kann das Welcome Center Schleswig-Holstein insbesondere Einzelhandelsbetriebe bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte unterstützen?
Oliver Münch: Das Welcome Center Schleswig-Holstein begleitet Unternehmen entlang des gesamten Prozesses, von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Integration der Fachkraft im Unternehmen und im Alltag in Schleswig-Holstein.
Gerade im Einzelhandel erleben wir häufig, dass Betriebe zwar grundsätzlich offen für internationale Fachkräfte sind, sich aber mit einem hohen persönlichen Engagement in den formalen Abläufen, rechtlichen Fragen und organisatorischen Schritten einbringen müssen. Dies ist häufig aus Kapazitäts- und Zeitgründen nur schwer realisierbar. Genau hier setzt die Arbeit des Welcome Center Schleswig-Holstein an: Wir beraten individuell zu Anerkennung von Berufsabschlüssen, Visa- und Einreiseverfahren, unterstützen bei Behördenkontakten und zeigen konkrete Wege auf, wie Rekrutierung aus dem Ausland gelingen kann.
Für Einzelhändler bedeutet das: Sie müssen diesen komplexen Prozess nicht allein durchlaufen, sondern haben einen erfahrenen Partner an ihrer Seite.
"Oft stellen wir fest, dass die größte Hürde nicht der tatsächliche Aufwand ist, sondern die Unsicherheit davor." Oliver Münch
Redaktion Handel(n) im Norden: Internationale Fachkräfte zu gewinnen kostet Zeit und Organisation. Aus Ihrer Erfahrung: Wann lohnt sich dieser Aufwand für Unternehmen wirklich?
Oliver Münch: Der Aufwand lohnt sich immer dann, wenn Betriebe merken, dass sie offene Stellen dauerhaft nicht mehr lokal oder regional besetzen können und dadurch Servicequalität, Öffnungszeiten oder sogar Umsätze leiden.
Internationale Fachkräfte sind keine „Notlösung“, sondern eine nachhaltige Antwort auf den strukturellen Fachkräftemangel. Wer diesen Weg geht, investiert nicht nur punktuell, sondern in die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens.
Ein Effekt, der vielen Unternehmen anfangs nicht bewusst ist, zeigt sich oft erst nach der ersten erfolgreichen Einstellung: Die neuen Mitarbeitenden empfehlen den Arbeitgeber aktiv weiter in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis im Ausland. So entstehen nicht selten weitere Bewerbungen, ohne dass der Betrieb zusätzlichen Rekrutierungsaufwand hat. Für viele Unternehmen entwickelt sich daraus ein selbsttragender Zugang zu internationalen Fachkräften.
Der zeitliche Aufwand relativiert sich daher in der Regel, wenn man ihn mit den wirtschaftlichen Einbußen durch dauerhaft unbesetzte Stellen vergleicht.
Redaktion Handel(n) im Norden: Viele kleinere Einzelhändler fragen sich, ob internationale Fachkräftegewinnung den Einsatz wert ist. Was antworten Sie diesen Betrieben?
Oliver Münch: Gerade für kleinere Betriebe ist jede unbesetzte Stelle spürbar. Wenn das Team klein ist, wirkt sich Personalmangel sofort auf Service, Öffnungszeiten und die Belastung der vorhandenen Mitarbeitenden aus. Hinzu kommt in vielen Fällen, dass entsprechendes Umsatzpotenzial nicht ausgeschöpft werden kann.
Wir ermutigen daher Betriebe, den Schritt nicht als zusätzliche Belastung zu sehen, sondern als Entlastungsperspektive und Chance. Wichtig ist: Sie müssen den Weg nicht allein gehen. Das Welcome Center begleitet sie durch den gesamten Prozess und reduziert in vielen Fällen den organisatorischen Aufwand erheblich.
Oft stellen wir fest, dass die größte Hürde nicht der tatsächliche Aufwand ist, sondern die Unsicherheit davor. Sobald Betriebe die ersten Schritte gegangen sind und sehen, wie strukturiert und planbar der Prozess sein kann, entsteht schnell Zuversicht.
Benötigen Sie Unterstützung bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte?
Das Welcome Center Schleswig-Holstein berät Sie gerne und kompetent.