Auszubildender aus Marokko: Unterstützung für einen Betrieb in Osterrönfeld
Wenn qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber knapp werden, lohnt der Blick weit über die Landesgrenzen hinaus. Das Bauunternehmen Virtus-Massivhaus aus Osterrönfeld hat diese Erfahrung gemacht und beschäftigt seit September 2025 einen Auszubildenden aus Marokko.
Die Bewerbung von Bilal N'aima erreichte das Unternehmen Anfang 2025. „Zunächst waren wir skeptisch", erinnert sich Ausbilderin Katharina Witt. Die außergewöhnlich strukturierte und motivierte Bewerbung aus Marokko wirkte schon fast zu perfekt. Doch der 22-Jährige existierte tatsächlich und hatte bereits in seiner Heimat gezielt auf eine Ausbildung in Deutschland hingearbeitet. Mit Sprach-Apps und Youtube-Videos hatte er sich Deutschkenntnisse angeeignet und ein entsprechendes Zertifikat erworben.
Auszubildender: Bilal N’Aima. Quelle: Instagram: @virtus_massivhaus
Nach einem ersten Videotelefonat stand für die Geschäftsführung fest: Dieser Kandidat passt zum Unternehmen. Doch zwischen Einstellungszusage und Ausbildungsbeginn lagen zahlreiche bürokratische Hürden. Entscheidender Erfolgsfaktor war die Zusammenarbeit mit dem Welcome Center Schleswig-Holstein, das den Prozess von der Beratung bis zur Antragstellung zum beschleunigten Fachkräfteverfahren begleitete. „Das schuf frühzeitig rechtliche und organisatorische Sicherheit – sowohl für Bilal als auch für uns als Unternehmen", betont Witt.
Eine zentrale Voraussetzung für die Erteilung des Aufenthaltstitels war der Nachweis einer Wohnung. Virtus-Massivhaus organisierte kurzerhand eine Unterkunft in Osterrönfeld. Seit September macht N'aima nun seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. „Für unser Unternehmen ist Bilal eine absolute Bereicherung", sagt Geschäftsführer Marc Homp. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels dürfen wir Potenzial nicht an Grenzen enden lassen."
Der junge Marokkaner hat sich gut eingelebt. Seine Familie erreicht er täglich per Videotelefonat, die Region erkundet er in seiner Freizeit. Das Fazit der Ausbilderin fällt eindeutig aus: „Wir mussten gemeinsam Mut aufbringen – aber es hat sich gelohnt."
Das Welcome Center Schleswig-Holstein berät Unternehmen und internationale Fachkräfte zu aufenthaltsrechtlichen Fragen, Einstellung und Integration.